So long, and thanks for the blue planet Earth.


11 // 22.07.2026

Ist 42 die Antwort auf alles? Nein, Biopunk, Geopunk und die „New Philippines“ sind es.

Die Definition von Natur teilt sich traditionell in zwei Welten: die belebte Natur (alles, was mit Biologie zu tun hat) und die unbelebte Natur (alles, was mit Geologie und Rohstoffen zu tun hat). Unsere moderne Zivilisation baut Technologien aus den Rohstoffen der unbelebten Natur und orientiert sich beim effizienten Design an den Jahrmillionen der Evolution aus der belebten Natur.

Doch wo hört die Wissenschaft auf und wo fängt Science-Fiction an? Sind Biopunk und Geopunk wirklich nur reine Sci-Fi-Genres?

Die Angst vor der belebten Natur.

Biopunk ging einst aus dem Cyberpunk hervor. Das Genre befasst sich mit Themen wie Gentechnik, synthetischer Biologie und organischen Technologien. Alleine diese Definition löst in Teilen der österreichischen Bevölkerung vermutlich Angstzustände aus. Die kollektive Ablehnung gegen Gentechnik und GVO (Genetisch veränderte Organismen) sitzt – auch getrieben durch das etablierte Bildungssystem – tief in der DNA unserer Gesellschaft. Aber mal ehrlich: Sollte nicht auch für Gene die Unschuldsvermutung gelten?

In der Praxis versucht die DIYbio-Bewegung (auch Do-it-yourself-Biology genannt), dieses verstaubte System zu kompensieren. Sie scheitert im DACH-Raum jedoch kläglich an den strengen Gesetzen. Wirkliche technologische Innovationen werden im Keim erstickt – und die gibt es bei uns ja oft nicht einmal an etablierten Universitäten. Versteht mich nicht falsch: Kluge Köpfe haben wir im Land. Aber bahnbrechende Meilensteine wie die mRNA-Medizin oder CRISPR-Therapien stammen eben nicht aus Österreich. Die Bürokratie vertreibt die Visionäre.

Fiktive Darstellung einer DNA Doppelhelix, siehe den Prompt weiter unten.
Illustration einer DNA Doppelhelix, erstellt mit Juggernaut XL Ragnarok.

Das Vivobook lief im Energiesparmodus, Rechenzeit 14m 30s. Nachfolgend der verwendete Befehl.

./bin/sd-cli -m ./models/juggernautXL_ragnarok.safetensors -p "Cinematic close-up of a glowing synthetic DNA double helix, intricate details of molecular hydrogen bonds visualized as red glowing energy lines, the background is a dark, gritty laboratory with a subtle Gaussian bell curve overlay in holographic blue. High-tech biopunk aesthetic, 8k resolution, photorealistic textures, moody lighting, deep shadows, cybernetic biology, sharp focus on the wobble positions." --sampling-method dpm++2m --steps 30 --cfg-scale 7.0 --width 1344 --height 768 --vae-on-cpu

Die Realität der unbelebten Natur.

Geopunk wiederum gilt als ein rein fiktives, von Autoren erfundenes Genre. Aber warum nutzen wir dann im echten Leben Energie aus gigantischen Solar- und Windparks? Warum bohren wir für Geothermie kilometertief in die Erde? Warum treiben wir die Entwicklung von Carbon Capture and Storage (CCS) voran, nur um unsere Lebensweise nicht ändern zu müssen? Und warum züchten wir Moosfassaden gegen die Erhitzung unserer Betonwüsten? Warum bauen sich Bastler im Keller eigene LiFePo4-Akkus für ihre Photovoltaikanlagen und Elektro-Fahrzeuge? Ist dieses vermeintliche Sci-Fi-Genre am Ende realer, als uns lieb ist?

Vielleicht ist Science-Fiction überhaupt kein Blick in eine ferne Zukunft, sondern der ungeschönte Spiegel unserer Gegenwart. Wir leben längst mittendrin. Und das bringt uns zu einer Frage, die direkt aus einem Biopunk-Roman stammen könnte ...

Der nachfolgende Text basiert auf meinen zwei englischen Blog-Posts auf meinem alten Blog vom 12.04.2026 und 19.04.2026.

Bio-Steganographie mit selbstlöschenden Nachrichten.

Wir erinnern uns sicher noch an Biologie und Genetik in der Schule – vermutlich nicht, aber das ist okay.

  • Antiparallele Stränge: DNA ist eine Doppelhelix, in der die Stränge gegenläufig (5´ → 3´ und 3´ → 5´) angeordnet sind (A-T, C-G). Eine Nachricht auf dem Code-Strang wirkt wie Rauschen auf dem Template-Strang.
  • Transkription & Splicing: Die DNA wird in mRNA umgeschrieben, basierend auf Segmenten, die mit einem eindeutigen Start-Promotor beginnen und an einem eindeutigen Ende-Terminator stoppen. Unnötige Teile werden via Splicing herausgeschnitten.
  • Exons vs. Introns: Ein Gen besteht aus Exons (der eigentliche Bauplan für ein Protein) und Introns (den Kontrollstrukturen, die beim Splicing entfernt werden).
  • Die Codon-Tabelle: Jeweils 3 Basen kodieren für 1 Aminosäure. Aber es ist ein degenerierter Code (unterschiedliche „Opcodes“ führen zum gleichen Ergebnis) – perfekt, um Rauschen darin zu verstecken.
  • DNA vs. mRNA: DNA nutzt Adenin, Guanin, Cytosin und Thymin. Die mRNA nutzt Adenin, Guanin, Cytosin und Uracil. Das Resultat beim Umschreiben: DNA A → mRNA U, DNA T → mRNA A, DNA G → mRNA C, DNA C → mRNA G.
  • Die Gaußsche Glockenkurve: Einfach ausgedrückt: Sieht die Verteilung normal aus und weicht nicht von einer natürlichen statistischen Kurve ab, bleibt sie für Bio-Scanner oder LLMs unsichtbar und wird schlicht ignoriert.

Die Nachricht:

T R A N S | R I G H T S | A R E | H U M A N | R I G H T S

Die DNA-Verschlüsselung:

ACC CGT GCT AAT TCT (TRANS) CGT ATT GGT CAT ACT TCT (RIGHTS) GCT CGT GAG (ARE) CAT GTT ATG GCT AAT (HUMAN) CGT ATT GGT CAT ACT TCT (RIGHTS)
Vorsicht: DNA nicht mRNA. GTT ergibt V nicht U also Leetspeak.

Da Exons die mRNA und später die Proteine bauen, können wir dort keine Nachricht verstecken, ohne biologisch etwas kaputt zu machen. Gut, dann nehmen wir eben die Introns, die beim Splicing ohnehin entfernt werden, aber dennoch permanenter Bestandteil der DNA-Stränge sind.

Die gesamte DNA-Sequenz sieht dann so aus:

5´--ATG_ACCCGTGCTAATTCT_gtacagttgc_CGTATTGGTCATACTTCT_ agctagctagctagctagctagcta_GCTCGTGAG_ agctagctagctagctagctagctagctagctagctagct_ CATGTTATGGCTAAT_agctagctagctagctagctagcta_ CGTATTGGTCATACTTCT_ gtacagttgc_TAG--3´

Zählen wir nun die klein geschriebenen Introns, bekommen wir die Längen 10-25-40-25-10 – eine mathematisch perfekte Glockenkurve.

Aber wo ist nun das Geheimnis? Alle Code-Sonnen basieren auf mRNA, also auf U statt T. Wir haben eine perfekte statistische Glockenkurve generiert, um nicht entdeckt zu werden. Ein LLM kommt ohne gezielten Hinweis niemals auf die Idee, dass es sich hierbei um eine DNA handelt, die nach den Standardregeln der Mikrobiologie unter Anwendung von Splicing codiert ist.

Die Code-Sonne.

Im Zentrum befinden sich 4 Basen. Im ersten Ring 16 Basen. Im zweiten Ring 64 Basen. Im dritten Ring 22 Aminosäuren, 1 Start- und 3 Stop-Codons. Das gibt uns insgesamt 110 nicht nummerierte Felder.

Die unendlichen Möglichkeiten der Tarnung:

  • Die Felder: Würden wir eine echte synthetische Zelle bauen – was wir ja nicht dürfen – müssten wir die Felder identisch lassen, um biologisch nicht aufzufallen.
  • Start (Promotor) und Stop (Terminator): Wir haben 3 Stop-Codons. Das bedeutet 3 potenzielle logische Meta-Bedeutungen. Zum Beispiel: Ist die Nachricht wahr? Ist sie falsch? Oder bedarf sie einer Interpretation?
  • Die Ankerpunkte der Glockenkurve: Primzahlen kommen in der Natur ständig vor. Warum sie also nicht als feste Ankerpunkte für die Kurve nutzen? Wir erinnern uns: In nur einem einzigen Gramm DNA lassen sich theoretisch 215.000 Terabyte an Daten speichern.
  • Die Wasserstoffbrückenbindungs-Quersummen: A und T haben 2 Bindungen, C und G haben 3 Bindungen. Was, wenn diese Bindungen selbst eine tiefere, mathematische Bedeutung haben? Beispielsweise das Triplet GCT: G(3) + C(3) + T(2) = Quersumme 8.
  • Die Lebensdauer einer Zelle: Wir können das biologische Alter einer Zelle im Labor berechnen. Aber wir können die Autophagie oder den Abbau einer Zelle durch einen lebenden Organismus nicht vorhersagen. Die Nachricht zerstört sich irgendwann von selbst (Stichwort Drift und Mutationen).

Gehen wir einen Schritt zurück in die reine Theorie.

Die MegaSyn-Simulation hat uns gezeigt: Ein LLM kann in nur 6 Stunden über 40.000 theoretische Moleküle entwerfen (wobei niemand sagt, dass man sie bauen kann oder darf). Kombiniert man dieses Tempo mit den folgenden Punkten, wird ein Reverse Engineering für Sicherheitsbehörden nahezu unmöglich:

Die 22 möglichen Aminosäuren stellen uns im Alphabet die Buchstaben A (Ala), C (Cys), D (Asp), E (Glu), F (Phe), G (Gly), H (His), I (Ile), K (Lys), L (Leu), M (Start Met), N (Asn), O (Pyl, 22. wenn Stop UGA), P (Pro), Q (Gln), R (Arg), S (Ser), T (Thr), U (Sec, 21. wenn Stop UGA), V (Val), W (Trp), Y (Tyr). Wir erinnern uns: Ring 3 der Code-Sonne stellt uns 38 mögliche Wobble-Codons bereit, die nicht für jedes einzelne Triplet zwingend benötigt werden. Beziehen wir die 3 Stop-Codons von oben mit ein, erhalten wir exakt 3 x 38 frei belegbare Felder zusätzlich.

An dieser Stelle müssen wir uns kurz beim österreichischen Bildungsminister für die Kürzung der Schulstunden im Fach Latein bedanken. Denn Latein eignet sich hervorragend als universelle Sprache für verschlüsselte Nachrichten, die ohnehin interpretiert werden müssen. Das absolute K.-o.-Kriterium für jedes LLM und für die allermeisten Menschen.

Und wenn wir die Nachricht nun in beliebig kleine Teile schneiden, sie komplett durcheinanderwürfeln, sie anhand ihrer Wasserstoffbrückenbindungen nummerieren und die Stränge spiegelverkehrt tauschen ...

Tempus edax rerum, sed semen aeternum. Die Zeit frisst alle Dinge, doch der Same ist ewig.

Die „New Philippines“ (bekannt aus Cyberpunk 2020 und Cyberpunk 2077).

Ein Fiktives Biopunk Portait, siehe den Prompt weiter unten.
Ein fiktives Biopunkt Portrait, erstellt mit Juggernaut XL Ragnarok.

Das Vivobook lief im Energiesparmodus, Rechenzeit 14m 45s. Nachfolgend der verwendete Befehl.

./bin/sd-cli -m ./models/juggernautXL_ragnarok.safetensors -p "Ethereal portrait of a Filipina woman, partially glitching into digital particles, glowing cyan aether-light, wearing translucent high-tech fabrics, standing in a futuristic Manila street at night, rain and neon lights, double exposure with biological cell structures, dreamy yet sharp, cinematic cyberpunk, high contrast." -n "Deformed, cartoon, drawing, low resolution, messy, saturated, bright colors, blur, multiple people, jewelry." --sampling-method dpm++2m --steps 30 --cfg-scale 7.0 --width 1344 --height 768 --vae-on-cpu

Nun, die Philippinen gibt es wirklich und, die gesellschaftliche Kluft zwischen arm (Tondo) und reich (Makati) ist schon lange sichtbar. Bei dem gegenwärtigen Abbau des Sozialsystems, den Arbeitnehmerrechten, der Leugnung des Klimawandels (Stichwort Grundwasserspiegel), der kaputten Infrastruktur (Stichwort Züge fahren nicht wenn es zu heiß ist oder komplett fehlendem ÖPNV), den fehlenden Arbeitskräften, der Misswirtschaft im Cybersecurity Bereich usw. durch die Politik, erwartet uns das auch in nicht all zu ferner Zukunft.

Die Philippinen, ein Land am pazifischen Feuerring bestehend aus über 7000 Inseln in Süd-Ost-Asien. Wo die Menschen freundlich und hilfsbereit sind, sind durch Leapfrogging der Alptraum westlicher Hinterzimmer Politik mit gelöschten SMS und geschredderten Festplatten.

  • Internet: Schon vor über 20 Jahren verdienten sich Filipinos Geld damit, dass sie in Internet-Cafés für andere Spiele spielten. Es erfolgte der Sprung direkt zum Smartphone statt zum Computer zu Hause.
  • Agrar- und Biotechnologie: Malusog Rice (Golden Rice) mit Vitamin A. Bt-Eggplant & Bt-Corn, Pflanzen die sich selbst gegen Schädlinge schützen. Biofertilizer (Biodünger) statt einer Ammoniak- und Kunstdüngerindustrie. Biologische Kreislaufwirtschaft da es keine Müllabfuhr (also zumindest nicht für die breite Bevölkerung - ist wie bei uns, wo man die Bürger Glas, Papier, Karton, den gelben Sack usw. aus Kostengründen selbst ins ASZ bringen lässt) gibt. Resistentere und klimatolerante Nutztierrassen durch CRISPR-Cas9 (wie man sieht, der Wolf scheint doch nicht das Problem zu sein).
  • Medizin: Krebsfrüherkennung und Diagnostik direkt über digitale und biotechnologische Ansätze in entlegene Regionen (wir haben keine Landärzte und eine Ärztekammer die gegen Technologie und Telemedizin ist um die eigene Macht zu erhalten).
  • Finanz und Politik: GCash statt klassischer Bankkonten, im Alltag der dominierende Standard. Der PHPC Stablecoin der philippinischen Zentralbank (BSP) ist 1:1 an den Philippinischen Peso gekoppelt, kombiniert mit dem nationalen QRPh-Bezahlnetzwerk. Und der absolute Systemschock: Seit Januar 2026 liegt das komplette nationale Budget über die „Digital Bayanihan Chain“ und den kommenden CADENA Act fälschungssicher auf der Blockchain. Jede Bewegung ist für den Steuerzahler in Echtzeit öffentlich einsehbar. Ein Reizwort für europäische Behörden; wo Brief und Fax gelebte Realität ist.

Man kann zu allen Punkten eine unterschiedliche Meinung haben, aber es zeigt: Es geht, wenn man will (oder muss). Im Jahr 2026 ist das Freilichtmuseum Europa technologisch ca. 20 Jahre hinter den Philippinen, 30 Jahre hinter den USA und 50 Jahre hinter China. Mit den Nationalratswahlen im Jahr 2029 wird sich durch die anzunehmende Machtübernahme einer Partei, die komplexe Fragen mit einfachen Antworten lösen will, dieser Rückstand drastisch ausweiten. Uns erwartet ein Rückschritt in allen Bereichen hin zu einem rückgewandten „christlichen Abendland“. Und da rede ich noch nicht einmal von unserer totalen digitalen Abhängigkeit im Bereich Cloud und KI LLM´s oder Checkpoints.

Nachsatz: Ich habe im Text bereits darauf hingewiesen, dass das Bauen einer Synthetischen Zelle per Gesetz verboten ist. Um dem Vorwurf des „Dual-Use“ zu entkräften und mit Hinblick auf die ethische Verantwortung der Leser sei auf das Übereinkommen über das Verbot biologischer Waffen (BWÜ) Biological Weapons Convention von 1972 explizit hingewiesen. Dieser Text enthält kleinere Stolpersteinen denen ich mir bewusst bin, die ich aber absichtlich nicht angesprochen oder korrigiert habe um eine einfache Umsetzung zu verhindern.